STARTSEITE

 

Arbeiten zur Offenbarung

Meridianus

Die zehn Plagen Ägyptens

Sonntags fährt kein Linienbus

Naturstudien

Ninive

Skizzen zur Passion

Bilder

 

Ausstellungen

Presse

Kontakt

Herbert Franz bei
Saatchi Gallery Online

 

 

 

NINIVE
Variationen zum Thema
Öl, Acryl und farbige Tuschen auf Karton und Leinwand
30 x 20 bis 160 x 200 cm


 

Dem stolzen Ninive, der Hauptstadt Assyriens, in der sich reiche Kriegsbeute und Handelsgewinne häuften, ließ der Herr durch Zephania den Untergang verkünden.
Die Heere der Meder und Chaldäer eroberten und zerstörten die Stadt im Jahre 612 v. Chr., und was davon noch übrig blieb, fiel einem sintflutartigen Hochwasser zum Opfer.
Auch die großen Städte mit den hochragenden Zinnen und den festen Mauern, die die Menschen zu ihrem Schutz errichtet hatten waren vor Zerstörung und Vernichtung nicht gefeit. Ninive wurde, wie andere Metropolen der großen frühen Weltreiche, wieder von der Wüste verschluckt.Und die Bedrohung und Zerstörung menschlicher Siedlungen und Städte durch Kriege und Naturkatastrophen hält bis heute an, wir konnten es ebenfalls erleben. Insofern ist auch das Schicksal Ninives eines der gleichnishaft, zeitüberdauernden Themen, das Herbert Franz zur künstlerischen Auseinandersetzung herausforderte.

   

Um von vornherein Zeitoffenheit zu betonen, wählte er den Titel "Fünf Träume von Ninive" aber es gesellen sich  weitere dazu:
Die "Tänzer" und zwei großartige Stadtlandschaften, die er mit einem poetischen Zitat aus der Prophetie des Zephania überschrieb:
„…und das Käuzchen wird im Fenster schreien und auf der Schwelle der Rabe...".

Fünf Träume von Ninive

In den "Fünf Träumen von Ninive" kehrt Herbert Franz wieder zum Schwarz-Weiß-Akkord zurück , eine  Acryl-Öl-Malerei auf Karton, in  lockeren Pinselstrichen. Wir erleben die bedrängende Verlebendigung gespenstisch wirkender Figurengruppen in einem architektonischen Raum. Häusergruppen, die die Menschen einst zu ihrem Schutz errichtet hatten, engen sie jetzt in ihrem verstörten Bewegungsdrang ein.
Noch scheinen sie zu hoffen dem Unheil  entkommen zu können. Erst auf der fünften Tafel wird der Blick auf berstende Architekturen freigegeben, dazwischen der Einbruch der Leere.
Während die Gebäude den Bildraum bis weit oben abschließen beschwört der herabgezogene Horizont der vierten Tafel den Blick in die leere Unendlichkeit, aber auch auf den beschleunigten Zeitablauf der Ereignisse.

Tänzer

Das Tryptichon „Tänzer“ greift das Thema des bevorstehenden Untergangs der Stadt und des Lebens in der Stadt noch einmal symbolhaft verdichtet auf. Faszinierend der geflügelte Totentänzer in seiner grotesk verzweifelten Grazie vor den  Häuserfronten die in ihrer zeitlosen Gültigkeit wieder die Beziehung zum Heute herstellen.Im Zusammenhang mit Ninive entstanden zwei großformatige monochrome Stadtlandschaften von beeindruckender Suggestivkraft.
Herbert Franz wird hier zum Schöpfer einer Welt, die er nach den Gesetzen seiner Phantasie der Wirklichkeit abtrotzt  in einer scheinbaren Vertrautheit und gleichzeitig irritierenden  Befremdlichkeit.
Eine perspektivische Sicht zieht den Blick des Betrachters in die Straßenschluchten, doch er trifft auf verschlossene Durchgänge.
Die Gebäudekomplexe sind aus disharmonisch aneinander, beziehungsweise übereinander angeordneten Architekturblöcken errichtet ohne erkennbare Türen und nur wenigen dunklen Fensterflächen. Das heißt, jene Häuser, die eigentlich als Symbole der Geborgenheit eine Schutzfunktion für den Menschen haben, verschließen sich optisch vor ihm und machen ihn unbehaust. Die Stadt, elementarer Lebensraum des Menschen, grenzt seine Bewohner aus, wird zu einer entleerten architektonischen Hülle, ist nicht mehr die existenzielle Mitte für den sesshaft gewordenen Menschen, das über zivilisatorische und religiöse Prinzipien definierte Lebenszentrum des Menschen.

Schatten

Bewusst oder unbewusst erlebt der Betrachter dieses Spannungsverhältnis, er ist beeindruckt und angezogen von der künstlerischen Formsprache, kann sich aber einer Beunruhigung nicht entziehen, die ihn nötigt, sich immer weiter auf diese faszinierenden Bilder einzulassen.