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Herbert Franz bei
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SONNTAGS FÄHRT KEIN LINIENBUS
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Die zwölf großformatigen lavierten Pinsel- und Federzeichnungen zum "Exodus" stehen am Beginn der künstlerisch schöpferischen Auseinandersetzung von Herbert Franz mit dem Alten Testament. Der Bericht vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten, der Aufbruch aus Fremdherrschaft und Sklaverei in das von Gott verheißene gelobte Land. Mit all seinen Ereignissen und Verallgemeinerungen erwies es sich als ein überraschend tragfähiges Gleichnis heutigen Geschehens. |
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Im Mythus geschieht alles zum ersten Mal, aber diese Erstmaligkeit ist zugleich Wiederholung. Seit dem Exodus sind über die Jahrhunderte und Jahrtausende bis in unsere Zeit immer wieder Menschenströme aufgebrochen und haben in der Hoffnung im gelobten Land anzukommen alles hinter sich gelassen. Welcher Verheißung folgten Sie? Wie sah die Erfüllung dieser Verheißung aus?
Herbert Franz betont bereits im Titel der Folge „Sonntags fährt kein Linienbus“, 12 Blätter zum Exodus, die Schicksalhaftigkeit und Verklammerung der künstlerisch aufgegriffenen Probleme mit dem Mythus, wenn auch die Zeitproblematik deutlich erkennbar dominiert und durch die Titel der einzelnen Zeichnungen unterstrichen wird.
Herbert Franz ist ein großartiger Zeichner. Er baut seine Blätter auf einem vibrierenden, erregenden Hell-Dunkel-Kontrast auf. Die einzelnen Gebilde sind in eine ständig an- und abschwellende Dynamik eingebunden, verdichten sich ahnbar zu Figurengruppen und lösen sich wieder in Strukturelemente auf. Ein zartes subtiles Lineament der Federzeichnung steht heftigen, verletzenden, nachtdunklen Pinselhieben gegenüber; lavierte Hintergründe schließen den Bildraum. Mit diesem konzertierten Einsatz formalästhetischer Gestaltungsmittel erzielt er eine Stimmung zwischen Ahnung und Geheimnis, Hintergründigkeit und Magie; Realität und Imagination verschmelzen. |